Beitrag von Astrid zu "Cola´s" Erfolgsgeschichte

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AWampach
Beiträge: 3
Registriert: Mittwoch 29. Oktober 2025, 06:44

Beitrag von Astrid zu "Cola´s" Erfolgsgeschichte

Beitrag von AWampach »

Mit dem heutigen Beitrag möchte ich zum Ausdruck bringen, für wie wichtig ich dieses Sarkoidforum erachte.
Ich (Jahrgang 58) halte seit gut 30 Jahre meine Pferde in Eigenregie und habe inzwischen so einige Erfahrungen bzgl. Erkrankungen und TA gesammelt. So bin ich davon überzeugt, daß die frühzeitige Behandlung eines ES mit einer Blutwurzsalbe die beste Methode darstellt : Die Behandlung ist effektiv, unblutig, rel. schmerzarm und nicht zuletzt preisgünstig. Nachteil: Sie kann u.U. zeitaufwendig sein und ist deshalb von einem TA nicht durchführbar ( bei den heutigen TA-Kosten). Also muss man als Tierhalter selber ´ran und dafür ist es notwendig, soviel wie möglich vorab an Infos zu sammeln!
"Cola´s" Geschichte: Princess Cola (TWH) wurde 2001 von mir selbst gezogen. 3-jährig entwickelte sie sich zum Ekzemer. Mit 4 Jahren traten Hautveränderungen unterhalb der Schweifrübe auf. Der TA diagnostizierte es als ES und unterspritzte die Stelle, worauf hin die Haut wieder abheilte. 1-2 Jahre später bildete sich erneut ein Knoten. Leider teilte mir der TA damals mit, daß die Spritze inzwischen von Markt genommen wurde, auch sei er der Ansicht, daß es sich diesmal um ein Melanom handeln würde ( :o wer sich dabei Böses denkt ). Fazit: Den Knoten absolut in Ruhe lassen! ( lustig bei einem Ekzemer ). Irgendwie haben wir es dann doch hinbekommen, über die letzten Jahr(zehnte) wuchs der Knote nur minimal, bis wir uns Weihnachten 2023 von "Cola´s" Mutter verabschieden mussten. Sie verstarb im Alter von 34 Jahren. 2025 riss schließlich die bis dahin intakte Haut über dem inzwischen walnußgroßen Knoten und ein blumenkohlartig tumoröses Gewebe wuchs heraus. Meines Wissens nach zeigt ein Melanom dieses Verhalten nicht. Gewissheit gibt nur eine Biopsie, ich wollte aber auf keinen Fall das Gewebe anschneiden lassen. Also entschied ich mich für eine Behandlung mit xx-Terra nach abklingen der Kriebelmücken Saison.
Auf Grund der Lage der Wucherung war klar, daß nach jeder Einreibung die Salbe auf große Teile von "Cola´s" Po und Schweifrübe verstrichen wird. Um dies zu vermeiden, habe ich anfänglich nur das rosa Fleisch mit einem Salbenverband umwickelt, alles in einen Luftballon gesteckt und diesen an dem mit Haut überzogenen Stielbereich befestigt. Anfangs erschien dies als gute Lösung. Als allerdings nach einiger Zeit die Salbe ihre Wirkung entfaltete, kam es zu einer Wundsekretbildung. Dieses Sekret trat am Stiel aus, lief von dort die Pobacke herunter und führte zu einer keilförmigen Ablösung von gesunder Haut von ca. 6-8 cm² (über Nacht). Dies war für Cola sehr schmerzhaft. Am Morgen darauf kam mir mein Pferd mit hocherhobener Schweifrübe bereits entgegen gelaufen. In diesem Moment ging mir mein eigener "Arsch auf Grundeis" : Wie nun weiter vorgehen? Erstmal Behandlungspause. Der behandelte Teil der Wucherung war zwar deutlich geschrumpft, hatte sich aber noch nicht gelöst und drückte in die offene Fleischwunde. Der Versuch, die Wunde mit Tape zu schützen, scheiterte. Diverse Arten von Pflaster verabschiedeten sich binnen kurzer Zeit. Am liebsten hätte ich abgebrochen, aber eines war sicher: Das war keine Option ! Immerhin löste sich nach wenigen Tagen das erste große Gewebestück.
Mein weiteres (erfolgreiches) Vorgehen war folgendes: Tägliches Desinfizieren der gesunden, offenen Wunde ; anschließend aus Gaze einen Tupfer schneiden, diesen sehr dick mit Vaseline bestreichen und auf die gesunde Wunde legen. Das verbliebene ES jeweils 4 Tage lang dünn mit xx-Terra einreiben und den umliegenden Po dick mit Vaseline. Die Pausen dazwischen waren 4 bis 8 Tage lang. Die Salbe führte zu einer gewissen Abtrocknung, während der Pausen kam es zu einer enormen Aktivierung der körpereignen Immunabwehr mit Wundsekretbildung. Durch dieses "Suppen" wurde das kranke Gewebe abgestoßen, ähnlich wie bei einem Splitter, der unter die Haut geraten und wieder herausgeschoben wird. So kam es zu 4 großen Gewebeabtragungen, die allesamt komplett unblutig verliefen. Selbst die keilförmige, gesunde Fleischwunde verschloss sich wieder unter der Weiterbehandlung. Nach dem 4ten Gewebeabgang habe ich die Behandlung mit dem deutlich weniger aggressiven CompX : Vaseline 1:1 mit demselben Vorgehen weitergeführt. Die Abheilung erfolgte sehr schnell. Die Fotos dazu findet ihr unter der Rubrik - Vorher-Nachher-Bilder Astrid´s Beitrag -
Anbei ein aktuelles Bild:
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Meine Freude über das Ergebnis ist unbeschreiblich. Cola und ich sind miteinander alt geworden, sie ist die Tochter der Stute, die mich über 30 Jahre eng begleitet hat. Unsere Beziehung ist sehr eng! - Glücklicherweise, denn wie einfach hätte sie mir die Behandlung verwehren können, ein einfaches Schweifklemmen hätte schon ausgereicht. Aber sie hat trotz aller Unannehmlichkeiten immer mitgeholfen.
So hoffe ich nun, dass wir beide noch einige schöne Jahre vor uns haben.
Hier noch 2 Fotos von Cola mit ihrer Mutter:
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Andrea
Beiträge: 2850
Registriert: Sonntag 28. April 2019, 06:58

Re: Beitrag von Astrid zu "Cola´s" Erfolgsgeschichte

Beitrag von Andrea »

Herzlichen Glückwunsch! 🥳
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