Hallo Binchen,
mal kurz ausgeholt

Das Sarkoid sitzt immer auf der obersten Gewebeschicht, auch wenn sie noch unterirdisch sind, selbst dann gehen sie nicht in tiefliegende Gewebe rein. Sarkoide haben zwar auch *Wurzeln* und diese sind feingefächert in der Umbebung. Man kann das Sarkoid also immer erfühlen und es ist auch zum umliegenden Gewebe abgegrenzt, daher verschiebbar und es kommt auch immer nach oben raus.
Ein bösartiger Tumor geht meist von tieferen Gewebeschichten aus und arbeitet sich auch nach *unten* dadurch kann er sich über das Lymphsystem vermeheren, das sind Metastasen.
Sarkoide können sich nur vermehren, wenn der Virus erneut von außen durch die Haut eindringt.
Egal wie man nun behandelt, muß man beim sarkoid jede Zelle erwischen, sonst wächst es wieder nach, das ist dann ein Rezediv. Daher muß eine Behandlung mit xxterra oder Comp solange durchgezogen werden, bis das ganze Gebiet Tumorfrei ist, hört man auf, nachdem ein Brocken abgefallen ist, dann kommt es wieder.
Die Terra agiert ein bischen anders, sie ist stärker unterscheidet aber nicht so genau zwischen Tumor und normalen Gewebe, sie verkrustet schnell den Tumor und jenachdem wie weit sie eingedrungen ist, kapselt dieser sich ab und wird vom gesunden Gewebe abgestoßen. Da muß man dann eben schauen ob der ganze Tumor gekillt wurde, eine Pause machen und gegebenfalls die Behandlung wiederholen.
Die CompX ist anders, da sind die sichtbaren veränderungen nicht so groß, es fallen keine Brocken ab, sondern der Tumor wird eher ausgeschält, rausgezogen. Sie unterscheidet auch feiner zwischen Tumorgewebe und gesundem Gewebe, daher kann man mit ihr schmieren, bis alles zugewachsen ist und man kann sich ziemlich sicher sein, daß solange sich krusten bilden, noch Tumor da ist.
Im Prinzip sind beide Salben gleich, nur die Kräuter und der Zinkchloridanteil varieren und somit auch die Vorgehensweise.
Welche besser ist kommt auf den tumor an, mit der Terra erziehlt man bei großen Tumoren schnelle Erfolge, aber sie brennt auch stärker. B.z.w. liegt es an der eindringtiefe, denn Tumorzellen haben keine nerven, aber da die Terra große Bereiche angreift, kommt sie bei kleineren Tumoren eben auch ans nervengewebe ran.
Passiert bei der Comp nicht so, aber dafür dauert das ganze länge, b.z.w. sieht man Anfangs nicht solche Fortschritte, weil mehr unter dem Tumor passiert, da von unten das neue Gewebe nachschiebt, während sich das Sarkoid von oben ablöst.
Generell reagieren bei beiden Salben nur die Kräuter mit dem Tumorgewebe, weil das eine andere Struktur und einen anderen Milchsäuregehalt hat. Das beigesetzte Zinkchlorid hat zwar ebenfalls eine affinität zu tumorösen Gewebe, unterscheidet aber nicht so fein. Wird aber benötigt, damit die Kräuter eindringen können. Kurz und knapp: Je mehr Zinkchlorid und DSMO, desto weiter dringt die Salbe ein, aber umso schmerzhafter kann es werden und umso weniger werden die Gewebe unterschieden. Zinkchlorid ist ein Ätzmittel und mehr nicht. DSMO ein Trägerstoff damit andere Bestandteile tiefer eindringen.
Was man nun nimmt ist egal, man muß eben Vor und Nachteile abwägen und eben ein bisserl anders schmieren.
Und wie gesagt, die Salben reagieren mit allen Warzen und Tumoren, auch bösartigen Tumoren. Bösartige Tumore haben die unterschiedlichsten Namen (Fibrosarkom, Plattenepithelkarzinom ...) das hängt aber immer von der Gewebeschicht ab, von der sie ihren Ursprung nehmen.
Warzen sind immer viral bedingt.
Was aber bei einem bösartigen Tumor ist, ist daß dieser eben irgendwann sich übers Lymphsystem verbreitet. Sieht man nun den Tumor, dann kann man den zwar wegschmieren, weiß aber nicht ob schon woanders Metastasen sind (z.B. Lunge, Leber). Was noch ist, daß bösartige eben aggressiver nachwachsen und man meist nicht genug Tumor mit der Salbe töten kann, als wieder nachwächst, man kommt also schwer zu einem Ende um jede Zelle zu killen.
Hat dein Pferd nun mehrere Sarkoide oder es kommen neue, dann sind das keine Metastasen, sondern wieder *neue* Sarkoide, die eben genau an der Stelle wachsen, wo der Virus erneut eingedrungen ist.
Daher eben handeln, wenn die Sarkoide bluten oder an anderen Stellen reiben, denn dann kommen da meistens neue raus. Wie bei Menschen- Warzen eben.
Der Virus löst aber nicht immer Sarkoide aus, ob diese wachsen und wie schnell, hängt immer vom Immunsystem ab, daher ist es auch wichtig geziehlt was dafür zu unternehmen.
Ist wie beim Menschen auch.
Und bösartige Tumore kommen beim Pferd sehr selten vor, wenn dann ältere Pferde und da bevorzugt an den Genitalbereichen oder am Augenlid ... also keine Panik, euer Ding ist 100% ein Sarkoid
Papillome kann man auch ausschliessen, das sind immer viele kleine Warzen nebeneinander, die sich auch rasch ausbreiten.
und mehr gibts nicht
