o.k. dann fang ich mal an und erkläre es dir, so wie ich es mittlerweile verstehe.
Du siehst erst mal einen Batzen auf der Haut deines Pferde, nun kann der ja alles sein.
Das es aber ein sichtbarer Tumor ist, ist immer eine Hautschicht/Gewebeschicht betroffen, er gaht daher nicht endlos nach innen. Ein Fibrosarkom kommt nur von einer Hautschicht, als ein Sarkoid, das erkennt man an der Biopsie an den Zellen, die sich wahllos vermehrt haben. Beim Sarkoid findet man zusätzlich im Tumor noch die Papillomaviren. Der Unterschied von den Geschwüren ansich ist nicht und bedingt groß. Wir sehen ja eh nur die
Hautumore.
Ein bösartiger Tumor ist nicht von anfang an bösartig, er neigt nur dazu zu metastieren, muß er aber nicht. Daher muß man frühzeitig operieren (wie z.B. Brustkrebs) bevor er seine Ableger über das Lymphsystem an andere Orte transportiert. Das Sarkoid macht das nicht.
Sollte sich eine Tumorzelle in der Lunge ansiedeln oder sontwo, dann erkennt man das beim Pferd sowieso nicht, erst wenn der Tumor so groß wäre und das Pferd gesundheitliche Probleme hat. Das geht aber nicht so schnell. Vergleichsweise wird ein Pferd ja im Schnitt 20-25 Jahre alt, der Mensch an die 80.
Dann gibt es Karzinomformen, die selten metastieren, Penis und Auge (beim Pferd), richtigen Krebs wie bei uns Menschen gibt es beim Pferd so äußerst selten. Häufigste ist Hufkrebs, der fängt aber nicht mit Hauttumoren an.
Melanome sind am anfang auch noch gutartig, die brauchen auch ihre Zeit, bis sie das Lymphsystem erreicht haben und sich dann verbreiten.
Das Sarkoid vermehrt sich zwar auch, aber nicht von innen, es schickt keine Ableger übers Lymphsystem los. Beim Sarkoid muß der Erreger immer von außen über die Haut eindringen, damit da was wächst. daher sind das keine Metastasen (Töchtergeschwüre) sondern immer neue Sarkoide. Vergleichbar mit Warzen beim Menschen.
Daher ist es bei der Behandlung eigentlich gar nicht so wichtig zu wissen, was es ist, egal ob OP, vereisen, Salbe, es wird nur der sichtbare Tumor weggmacht, in der Hoffnung jede veränderte Zelle zu erwischen, damit dieser nicht nachkommt. War es was bösartiges, ist eben der Zeitpunkt wichtig, also den Tumor wegzumachen, bevor er bösartig wurde.
Aber wie gesagt, beim Pferd äußersts selten
Wie ganau die Salben reagieren weiß keiner, sie bestehen aus Kräutern, die von den Indianer schon gegen Krebs genommen wurden, ist also nichts neues. Um die Wirksamkeit zu verbessern und damit die kräuter tiefer eindringen ist zusätzlich Zinkchlorid mit drin, das wiederum reagiert auch bevorzugt mit tumorösen Material. Einzige wissenschaftliche zu den Salben gibts vom Friedrich-Löffler- Institut:
Hier mal ein Auszug:
In den USA wird seit längerer Zeit das pflanzliche
Präparat XXTERRA? zur wirksamen Behandlung equiner
Sarkoide kommerziell vertrieben und es wird von Erfolgsquoten
von mehr als 95% berichtet (Larson Laboratories,
Inc., Fort Collins, CO;
http://www.vetlineequine.com).
Dennoch liegen publizierte Daten über wissenschaftlich
gesicherte Erfolgsquoten und Rezidivierungsraten nach
Behandlung bislang nicht vor.
Bei dem hier vorgestellten Patienten kam es nach lokaler
Applikation von XXTERRA? innerhalb kurzer Zeit
zur Demarkation und Nekrose des Tumorgewebes,
während auch drastisches operatives Prozedere zuvor keinen
dauerhaften Therapieerfolg herbeiführen konnte.
Nicht nur aus diesem Grund, sondern auch, weil Spontanremissionen
bei Sarkoiden äußerst ungewöhnlich sind ist
es eher unwahrscheinlich, dass die Tumorrückbildung
spontaner Natur war. Es erhebt sich daher die Frage nach
dem Wirkmechanismus dieses Präparates. Nach Herstellerangaben
ist die Tumorremission immunvermittelt und
durch Veränderung Tumor-spezifischer Antigene bedingt
(Watson u. Larson 1974). XXTERRA? basiert auf Kanadischer
Blutwurzel (Sanguinaria canadensis, ?blood-root?).
In der Volksheilkunde ist die Bedeutung von Papaveraceae,
zu denen auch Schöllkraut (Chelidonium majus,
?Warzenkraut?) zählt, bei der Behandlung von Warzen des
Menschen seit langem bekannt. Im Wesentlichen sollen
hierbei die zytotoxischen Inhaltsstoffe Sanguinarin und
Chelerythrin eine besondere Rolle spielen. Bei beiden handelt
es sich um Alkaloide des Benzophenanthridintyps.
Durch In-vitro-Untersuchungen konnte gezeigt werden,
dass beide Substanzen Apoptose in immortalisierten Tumorzellen
induzieren können. Sanguinarin erhöht die Expression
proapoptotischer Proteine wie Bax, Bak und Bid
und führt zu einer Aktivierung der Caspasen 3 und 9 und
somit zum Zelltod (Adhami et al. 2003). Bemerkenswerterweise
induziert Sanguinarin in Karzinomzellen in niedriger
Dosierung gezielt Apoptose. Im Gegensatz dazu
kommt es in nichttransformierten Zellen erst bei höherer
Dosierung zur Nekrose (Ahmad et al. 2000). Eine derartige
Selektivität ist für die Tumortherapie wünschenswert, jedoch
bisher nur bei wenigen Substanzen beschrieben
(Ahmad et al. 1997, Donnerstag et al. 1997). Auch ist bekannt,
dass Sanguinarin die Aktivierung des Transkriptionsfaktors
NF-VB hemmt und so den Zellzyklus blockiert
(Chaturvedi et al. 1997). Antiproliferative Wirkungen wurden
auch für die Protoberberinalkaloide Coptisin und Berberin
nachgewiesen. Beide sind ebenfalls in Kanadischer
Blutwurzel und Schöllkraut enthalten und führen zu einem
Zellzyklusarrest in der G1-Phase (Colombo et al. 2001, Jantova
et al. 2003).
Aufgrund dieser Überlegungen könnten solche zytotoxischen
und antiproliferativen Wirkmechanismen ebenfalls
für den Behandlungserfolg nach Anwendung von XXTERRA
? verantwortlich sein. Trotz dieser Unklarheiten
stellt XXTERRA? vor allem aufgrund der einfachen
Handhabung und den dadurch geringen Behandlungskosten
möglicherweise ein weiteres Therapeutikum für
equine Sarkoide dar, die sich wie im beschriebenen Fall
nicht chirurgisch entfernen lassen. Weitergehende experimentelle
In-vitro-Studien auch an BPV-transformierten
Zellen sind für eine kritische Beurteilung dieses
Präparates erforderlich.
Anschrift der Verfasser: Priv.-Doz.Dr. Jens Peter Teifke, Friedrich-
Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit,
Boddenblick 5a, 17493 Insel Riems, Email:
jens.teifke@fli.bund.de.
und hier
http://equinessarkoid.plusboard.de/info ... px-t7.html hab ich so ein bischen was zusammengefasst, was ich bei den Amis drüber gelesen habe, wobei nicht nur das Blootroot die Wirkung ausmacht. Ich hab 2 verschiedene Salben und die unterscheiden sich schon in der Wirkung und da sind andere Kräuter beigemischt. Die xxterra beinhaltet auch andere Sachen, die nur nicht veraten werden.
Standartanleitung ist schwer, da die Sarkoide so unterschiedlich sind auch auch immer anders reagieren. Im Prinzip kann man sagen, wenn es krustig ist dann Pause und wenn die Kruste abfällt dann schmieren.
Entzündung, ist bei der xxTerra gewollt, die Überhitzung des Gewebes tötet die Tumorzellen, bei der CompX kommt es manchmal vor. Ist aber bei diesen salben nicht schlimm, da einfach Pause machen, die Entzündung ist normal nach 3 Tagen weg.
Anders die Liverpoolcreme, die ist *chemisch*, also ein Zytostatika/Chemotherapeutikum, die reagiert heftig, die bekommen aber auch nur TÄ, weil die Nebenwirkungen heftig sein könnnen, Fieber, massive Entzündungen u.d.g. die Salbe ist ein Zellgift und daher mit Vorsicht zu verwenden. Da bei der Liverpool die Entzündung nicht um den Tumor bleibt, muß man da eben Entzündunghemmer verabreichen, ist also nicht gewollt sondern eine ungewünschte Nebenwirkung.
Alleine machen oder mit TA

Naja, was soll ich da schreiben, sicherlich wäre es beruhigend einen TA zu haben, der einem hilft, aber wie du ja selber schon merkst, kennen die wenigsten TÄ die Salben, weil es einfach an Weiterbildung fehlt und die machen dann eben das, was sie mal gelernt haben mit mehr oder weniger geringen Erfolgsaussichten. Oft wird auch nur der Tipp zur salbe gegebn und der Kunde weiß gar nicht was auf ihn zukommt und hört dann entsetzt auf. Das sind so auch die Gründe für das Forum und die Gruselbilder hier
Das ganze Problem liegt am Pferd, eine OP ist nur dann erfolgreich, wenn alle Zellen rausgeschnitten werden, da gibts aber dann riesen Wunden. Da das Pferd aber nicht bis zur Heilung ruhiggestellt werden kann, wird eben meist zu wenig rausgeschnitten und das Sarkoid kommt nach. Das Problem ist also nicht der Tumor ansich, sondern die Wundheilung.
Vereisen ist ähnlich, da müssen auch alle Zellen gekillt werden, also auch eher eine Glückssache, weil man ja nie sieht, ob alles erwischt wurde.
Die Salben gehen da halt *schlauer* ran, weil sie nur mit dem Tumor reagieren und sich den Weg selber suchen und das eben auch nur schichtweise, so das das gesunde Gewebe im Gegenzug nachwachsen kann, der Tumor wird also von unten rausgedrückt und von oben gekillt. Diese tiefen Löcher gibt es nicht, nur oberflächliche Wunden, bei denen es auch keine Heilungsprobleme gibt.
Das Sarkoid kann auch bei den Salben wiederkommen, wenn man zu früh aufgehört hat oder sich die Wunde geschlossen hat und noch Tumorreste vorhanden waren, aber ich finde die Alternative, dann einfach nochmal zu schmieren wesentlich angenehmer, als das Pferd nochmal zu operieren.
Aber das ist meine Meinung, es nützt nichts jemanden zum schmieren zu raten, der ansich skeptisch ist oder sich das nicht zutraut, weil man schon auf sich selber angewiesen ist. Daher hängt die Behandlung auch stark von der eigenen Einstellung ab.
So, hoffe alles soweit erklärt zu haben
