Futterumstellung zur Sarkoidbekämpfung

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annido
Beiträge: 12
Registriert: Montag 22. Dezember 2025, 11:25

Futterumstellung zur Sarkoidbekämpfung

Beitrag von annido »

Hallo! Ich habe mein Pferd und unsere Probleme grade in einem anderen Beitrag vorgestellt. Wir werden die Behandlung mit der CompX Creme starten. Mich würde nun interessieren, auf was ich Fütterungstechnisch verzichten sollte, damit der Sarkoid am Wachsen gehemmt wird . Oder was ich gut zufüttern sollte? Ich mache nämlich schon seit einigen Monaten eine Futterumstellung mit der Firma Natural Horse Care, aber mein Pferd wird so dünn und es fehlt ihm an Kraft. Ich würde dann wieder anders füttern wollen um ihn wieder dick zu machen und ihm wieder Kraft zu geben. Auf Zucker, Melasse und alles was dick macht, sollte man ja eigentlich verzichten, weil das wohl nur den Sarkoid zum wachsen anfeuert. Was genau kann ich dann füttern? Könnt ihr mir da etwas empfehlen, was ich füttern könnte?Mein Pferd steht in der Box mit Heu und tagsüber Koppelgang. Er bekommt Hafer und diverse Zusatzmittel von Natural Horse Care. Alles abgewogen , also von der Menge her für ihn wahrscheinlich auch einfach zu wenig( er ist eher der schwerfuttrige Typ)

Danke für eure Hilfe und schöne Weihnachten
Annika
Kökel
Beiträge: 49
Registriert: Freitag 21. Juni 2024, 11:24

Re: Futterumstellung zur Sarkoidbekämpfung

Beitrag von Kökel »

Ich würde mal auf deine Futterumstellung eingehen die du gerne, zumindest in Teilen, wegen der zu schlanken Figur revidieren möchtest.

Es macht keinen Sinn ein zu schlankes Pferd mit Zucker oder Stärkelastigen Futtermitteln wie Melasse, Trester, Hafer, Luzerne, Mais, uvm. aufzufüttern.
Das sollte generell gesund, artgerecht und Stoffwechsel berücksichtigend ausfallen.
Den sollte man kennen.
Auch ein schlankes Pferd kann EMS oder Insulinresistenz/ dysregulation haben.
Gibt es darüber Erkenntnisse, z.B. über ein EMS Profil?
Das sollte, genau wie Rasse und deren unterschiedliche Veranlagung dazu, nicht unberücksichtigt in der Rationsgestaltung und Haltung bleiben.

Meines Erachtens wächst ein Sarkoid nicht schneller wenn zuckerreiche Futtermittel angeboten werden wegen des Zucker an sich sondern weil dieser mit Pech stark in den Stoffwechsel eingreift.
Ist dieser in Schräglage wird maßgeblich das Immunsystem geschwächt was dann Erkrankungen, allem voran Hufrehe, Tür und Tor öffnet.

Aus Erfahrung kann ich sagen das back to the Basic das beste Futtermanagement für den Pferdeorganismus ist um ihn gesund zu erhalten oder gesunden zu lassen.

Von daher würde ich persönlich meinen Fokus zunächst darauf richten dem Stoffwechsel gerecht zu werden und die Werte mittels EMS Profil ( Glukose, Insulin, Fruktosamine, Triglyceride) zu ermitteln.
Man neigt leider dazu nach zig, z.T. fragwürdigen Zusatzfuttern/ Zusätzen greifen zu wollen weil sie clever beworben sind um seinem Pferd Gutes zu tun, nichtahnend damit häufig etwas zu verschlimmbessern.
Das Sarkoid würde ich persönlich ausschließlich topisch angewendet mit z.B. CompX angehen.
annido
Beiträge: 12
Registriert: Montag 22. Dezember 2025, 11:25

Re: Futterumstellung zur Sarkoidbekämpfung

Beitrag von annido »

Hallo Kökel! Sehr interessant, ich dachte EMS wäre wirklich nur etwas, was übergewichtige Pferde betrifft. Wir haben im August ein großes Blitbild machen lassen, was unauffällig war. Aber dann ist dieses EMS Profil wohl eine separate Blutuntersuchung?! Dann muss ich mich dazu mal schlau machen. Mit Fütterung Back to Basics meinst du sicherlich Heu und Futter was möglichst natürlich ist? Kein Schnickschnack und auch eher kein Mineralfutter?
Viele Grüße und schöne Weihnachten
Annika
Kökel
Beiträge: 49
Registriert: Freitag 21. Juni 2024, 11:24

Re: Futterumstellung zur Sarkoidbekämpfung

Beitrag von Kökel »

Hallo Annika
Ja genau, die Parameter aus dem EMS sind im Blutbild nicht enthalten.
Allenfalls Glukose die so als Einzelwert wenig Relevanz hat und erst in Interpretationen zum Insulin von Interesse ist.
Daher sollten die Parameter auch immer aus derselben Proben genommen werden.

Du schreibst dass dein Pferd aktuell zu schlank ist und der Wunsch nach Auffütterung besteht.
Magst du mitteilen wie alt und welche Rasse dein Pferd ist? Vielleicht habe ich es auch überlesen...
Unter Umständen macht es nämlich Sinn das von mir genannte Profil um ACTH zu ergänzen.
Darum zu wissen ist auch sehr wichtig bei Futterumstellung weil ein unbeh. Cushing oft eine IR im Gepäck hat.
Zudem verlieren betroffene Pferde oft Gewicht und Muskeln, zeigen sich antriebslos, haben wiederkehrende Entzündungen uvm.

Auch damit zeigt sich der Stoffwechsel und das Hormonsystem arg in Schräglage, was auch keine gute Ausgangslage zur Sarkoidbehandlung wäre.
Von daher würde ich persönlich ein EMS/ ECS Gesamtprofil beauftragen. Damit erlangst du Kenntnis über EMS, Insulindysregulation/ Resistenz und Cushing.

Back to the Basic
Genau, hochwertiges Zuckerarmes Heu, ein ausgewogenes Mineral und Salz stellt erstmal ein gesundes Grundfutter dar.
Mehr dazu würde hier jetzt aber den Rahmen sprengen und ich würde, wenn weiteres Interesse daran besteht, zum stöbern im anderen Fachforum raten.
annido
Beiträge: 12
Registriert: Montag 22. Dezember 2025, 11:25

Re: Futterumstellung zur Sarkoidbekämpfung

Beitrag von annido »

Hallo Kökel,
Mein Pferd ist ein noch 16 jähriger Oldenburger Wallach mit viel Hannoveraner in der Abstammung. Er lebt in Boxenhaltung mit tagsüber Koppelgang. Er bekommt zweimal am Tag Heu, sowie Hafer, Leinöl und Wiesenmüsli von Agrobs und aufgrund der Futterumstellung auch noch Mebosyn, Magenregulat und Heu on Top von der Firma Natural Horse Care. Alles abgewogen und portioniert. Ich hänge einfach mal an Bild dran, wie dünn er aktuell ist. Er ist immer schon eher der schmalere Typ gewesen, aber so dünn noch nie. Auch muskulär hat er total abgebaut.

Viele Grüße
Dateianhänge
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Kökel
Beiträge: 49
Registriert: Freitag 21. Juni 2024, 11:24

Re: Futterumstellung zur Sarkoidbekämpfung

Beitrag von Kökel »

Ich empfinde ihn schon als Spur zu schlank, kann aber in den Futtermitteln nichts erkennen das ihm GESUNDE Energie geben könnte.
Hat er Magenprobleme oder wofür ist das Magenregulat?
Hafer? Wird er schwer gearbeitet das er ihn braucht oder ist es der Versuch ihm Energie zu geben?
Unmel. Rübenschnitzel haben etwa den 1,2 fachen Energiegehalt von Heu und stehen so dem Hafer nichts nach, wären auch EMS/ IR konform.
Die enthaltenen Pektine üben zudem einen sehr positiven Einfluss auf die Magenschleimhaut aus. Win/ Win also.
Heu sollte mengenmäßig immer am Körper oder Zielkörpergewicht gemessen entsprechend gefüttert werden.
Als Faustregel gilt 1,5% des aktuellen Körpergewichts oder 2% des Idealgewichts gefüttert wird je nachdem welcher Wert größer ist.
Ich würde eher die Heu Ration erhöhen als Müsli füttern.
Aber wie gesagt, dafür sind wir im falschen Forum. Ich weiß nicht ob das hier gerne gesehen ist weil es sich hier um ein Fachforum explizit für Sarkoide handelt.
annido
Beiträge: 12
Registriert: Montag 22. Dezember 2025, 11:25

Re: Futterumstellung zur Sarkoidbekämpfung

Beitrag von annido »

Hallo Kökel!

Das Magenregulat hat Natural Horse Care empfohlen, wahrscheinlich weil er leider nicht den ganzen Tag Heu zur Verfügung hat. Nur morgens und abends wird Heu gefüttert, das ist leider vom Stall her nicht änderbar. Er wird nicht schwer gearbeitet, sondern etwa 4-5 mal die Woche locker geritten . Den Hafer gibt’s vom Stall aus und ist im Preis mit drin und er bekommt den schon sein Leben lang. Nur jetzt halt grad weniger als vorher aufgrund der Futterumstellung. Das mit den melassefreien Rübenschnitzel ist ein guter Hinweis. Kannst du ein gutes Forum empfehlen?
Viele Grüße
Annika
Kökel
Beiträge: 49
Registriert: Freitag 21. Juni 2024, 11:24

Re: Futterumstellung zur Sarkoidbekämpfung

Beitrag von Kökel »

Schau mal in das Hufrehe-Forum, dort findest du alles zum Thema.
Dort können wir auch weitere Fragen beantworten....
Andrea
Beiträge: 2771
Registriert: Sonntag 28. April 2019, 06:58

Re: Futterumstellung zur Sarkoidbekämpfung

Beitrag von Andrea »

Hallo Annika,

ich mische mich mal ein.
Ich habe mein Pferd früher mit sehr viel Ergänzungsfutter "zugemüllt" (merke: gut gemeint ist nicht immer gut) bis wir an einem Punkt waren, an dem der Hormonstoffwechsel komplett durcheinander war. Wir sind dann "back to the basics" und sie bekam ausschließlich Hafer, Heu und Stroh - und sonst gar nichts.
Mit diesem Futtermanagement haben wir sie wieder komplett in den Normalbereich bekommen und sie bekommt nun einzig Selen supplementiert, weil das in unserer Gegend nicht genug vorkommt im Heu.
Darüber hinaus bekommt sie inzwischen eine mini-Portion Rübenschnitzel (Quickbeets), gekochte Leinsamen und Bierhefe und steht da wie eine 1.
Ich persönlich bin absoluter verfechter von Hafer. Und ein Pferd kann davon auch jede Menge bekommen. Hafer sticht eben nicht! Was heißt denn "er bekommt weniger" in Gewicht? Zu unseren Höchst-Zeiten gab es bei uns 4,5 kg (nicht liter) Hafer pro Tag. Meine alte Stute (inzwischen verstorben) war auch immer auf der dünneren Seite des Lebens unterwegs und sie hat 3x täglich 2 Schippen gequetschten Hafer bekommen und ist damit a) wunderbar alt geworden b) hatte nie was an den Hufen und c) bis zum Schluss perfekte Blutbilder.
Im Hinblick auf das Sakoid ist es völlig egal, was Du fütterst. Alles, was das Immunsystem unterstützt, ist hilfreich. Es gibt diverse Kräuter und Zusatzfutter, denen nachgesagt wird, dass sie sich positiv auf's Sarkoid auswirken (Hagebutte, rote Beete, Oregano, ...). Details siehe Infoseite. Nach meiner Erfahrung kann ich sagen: ich habe inzwischen viele Pferde behandelt, bei denen die Besitzer nicht "rumgeschissen" haben und die Sarkoide sind trotzdem weg.
Was ich damit sagen will: Hagebutten, Bierhefe, ... sind immer gute Zusatzstoffe, aber das gilt generell. Das Sakoid wirst Du so oder so in den Griff bekommen und mein persönlicher Rat wäre: fütter so natürlich wie möglich. Seit Jahrhunderten bekommen Pferde Hafer, so wild kann das nicht sein.
Ich selbst habe tatsächlich mal Gladiator Plus gefüttert (kurweise) und hatte das Gefühl, dass das schon gut getan hat. Mindestens dem Hersteller 🤣. Nein, das ist tatsächlich was, das ich empfehle. Aber wie gesagt: meine kriegt quasi keine Zusatzfutter (das bisschen ist, damit sie nach dem Reiten eine Belohnung hat) und sonst sind wir auf "Paleo" oder wie das heißen mag, wenn es das gibt, was seit Jahrhunderten gefüttert wird und sonst nix. Bei 2x Heu sehe ich nicht sooooo das Problem, wenn es nur genug ist. Über Nacht mümmeln die schon alles weg. Ich hatte dem Stallburschen monatlich Geld zugesteckt für eine riesige Tagesration. Im jetzigen Stall hat sie 24 Std all you can eat Heu.
Liebe Grüße, Andrea
annido
Beiträge: 12
Registriert: Montag 22. Dezember 2025, 11:25

Re: Futterumstellung zur Sarkoidbekämpfung

Beitrag von annido »

Hallo Andrea! Danke für deine Antwort, das hilft mir wirklich sehr. Vor der Futterumstellung hat mein Pfers neben Heu Hafer und Pellets vom Stallbesitzer, Salvana Pferdemineral und nach der Arbeit ein Müsli bekommen. Jetzt in der Futterumstellung sind wir von der Hafermenge auf 300g pro Mahlzeit runter plus die Zusatzmittel von Natural Horse Care und Leinöl. Ich würde gerne auch back to Basics umstellen, bin mir aber unsicher welches Futter und welche Menge. Ich hatte mal gelesen, das man den Hafer wegen der Stärke pro Mahlzeit nicht mehr als 500g verfüttern sollte, das wäre dann ja ungefähr eine Schippe. Macht es Sinn, neben dem Hafer noch etwas an Müsli dazu? Vielleicht eins mit viel Luzerne? Da bin ich mir aber auch unsicher wie viel und welches. Ich habe mir nun erstmal melassefreie Rübenschnitzel und Hagebutte besorgt. Ein Mineralfutter wäre denke ich auch weiterhin nötig, da bei uns nicht viel Gras drauf ist und auch Nährstoffe fehlen. Empfiehlt sich generell außer dem Hafer, alles andere Getreide und zuckerfrei zu füttern? Also das mineralfutter und auch ggf. Müsli?

Liebe Grüße und einen guten Rutsch ins neue Jahr
Annika
Kökel
Beiträge: 49
Registriert: Freitag 21. Juni 2024, 11:24

Re: Futterumstellung zur Sarkoidbekämpfung

Beitrag von Kökel »

Nun möchte ich mich doch nochmal zum Futter äußern.
Hafer ist das Pferdegetreide schlechthin, das stimmt.
Die Haferfütterung stammt jedoch aus der Zeit wo ein Pferd noch Arbeitstier war, wirklich Leistung erbrachte und gar nicht die Zeit hatte seinen Bedarf allein über Heu zu decken.

Eine Haferfütterung kann jedoch für manche Pferde russisch Roulette gleichkommen wenn man keine Kenntnis über dessen Stoffwechsel hat.
Ist dieser, aus welchen Gründen auch immer, in Schräglage hast du mit Pech eine Hufrehe zu beklagen.
Hafer ist Stärkehaltig und diese wird, vereinfacht gesagt, durch den Organismus in Zucker gewandelt.
Nicht umsonst ist sie bei EMS/IR- lern dem unbedenklichen 10% Gesamtzucker in der Ration zuzurechnen.
Luzerne hat zwar weniger Gesamtzucker als Grasheu verursacht aber Insulinpeaks und kann bei erkrankten Stoffwechsel ähnlich bedenklich sein.
Abgesehen davon ist Alfalfa je nach Partikelgröße gar nicht so Magenfreundlich wie immer angenommen wurde sondern kann zu Läsionen der Magenschleimhaut führen.
Müsli ist meiner Meinung nach eine Erfindung der Industrie auf die der liebende Besitzer gerne anspringt.
Futtermittelmittelhersteller wollen unser Bestes und das ist keineswegs die Gesundheit des Pferdes sondern unser Geld.
Ich gehe mit Andrea absolut konform was back to the Basic angeht und hatte ja auch entmelassierte Rüschnis angesprochen die wirklich ein Gesundfutter darstellen und EMS kompatibel sind.
Ich füttere sie neben Treberfreier Bierhefe übrigens auch selbst.
Kurzum:
Ich käme niemals auf die Idee einem schlanken Menschen zu empfehlen sich mit Sahnetorte, Bonbons, Schokolade, Obst und Popkorn mehr Kilos auf die Waage zu zaubern weil man nicht ( Hormonaktives) Fett aufbauen möchte.
Dann ist er irgendwann zu dick und vielleicht wird erst dann sein Diabetes in aller Härte offensichtlich dessen Existenz ich zuvor gar nicht in Betracht gezogen habe.

Man sollte im Idealfall wissen was Stoffwechseltechnisch geht und was man lieber lassen soll um sich nicht krank zu futtern.
Gleiches gilt für das Pferd.
Wissen ist Macht und kann Schlimmes wie z.B. Hufrehe verhindern.

Ein EMS/ ECS Profil kostet nicht wenig Geld aber eine Hufrehe kostet mehr und wenn es dumm läuft dem Pferd sogar das Leben.
Ich habe täglich mit Menschen zu tun die eben das bei ihrem Pferd nicht berücksichtigt haben und nun Schadensbegrenzung betreiben müssen.

Vielleicht verträgt dein Pferd das alles, aber was wenn nicht?
Antworten

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